«Durch direkte Beteiligung und transparente Planungsprozesse sind Genossenschaften die ideale Rechtsform für Nahwärmeprojekte.»

Lukas Winkler
Baden-Württembergischer Genossenschaftsverband e. V.

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Experten-Workshop "Repowering von Wärmenetzen"

Datum: 25.04.2017

Veranstaltungsort: Schloss Schönau, Schönaugasse 5, 79713 Bad Säckingen

Neben Planung und Bau neuer, effizienter Wärmenetze bilden auch Erweiterung und Transformation bestehender Wärmenetze einen wichtigen Baustein bei der Umsetzung der Wärmewende.
Viele Möglichkeiten der Effizienzsteigerung sind dabei denkbar, z.B. die Integration von Solarthermie, Kraft-Wärme-Kopplung mit Biomasse, die Nutzung von Abwärme oder verstärkte Sektorenkopplung über große Wärmespeicher.
Welche Potentiale und Chancen liegen in diesen Möglichkeiten? Wo liegen die Grenzen? Und wie lassen sich diese Maßnahmen in der Region konkret umsetzen? Diese und weitere Fragen wurden von 20 Wärmenetz-Experten im Rahmen des Praxisworkshops „Repowering in Wärmenetzen“  am  25.04.2017 in Bad Säckingen diskutiert.

Nach den beiden Input-Vorträgen von Detlev Seidler (S.O.L.I.D. GmbH, Graz) und Jörg Bleile (Energiedienst AG, Rheinfelden) zu den Themen Solarthermie und Sektorenkopplung, fanden sich die Teilnehmer in den beiden Workshops „Solare Integration – vom Leuchtturm in die Ebene“ und „Zeitmaschine Wärmespeicher“ zusammen, um ihr Wissen und ihre Erfahrungen miteinander zu teilen und Fragen und Probleme gemeinsam zu erörtern.
Im Workshop „Solare Integration“ wurden sowohl die Vorteile und Möglichkeiten, als auch die Grenzen der Integration von Solarthermieanglagen in bestehende Netze thematisiert. Trotz der Schwierigkeiten einer langfristigen Planung und dem häufigen Fehlen von großen, zusammenhängenden Flächen, bietet Solarthermie eine gute Möglichkeit, den Anteil erneuerbarer Energien im Netz zu erhöhen, den Primärenergiefaktor zu senken und fossilen Brennstoff zu sparen.
Im Workshop „Zeitmaschine Wärmespeicher“ wurde die Rolle kleiner Speicher zur Optimierung der Betriebsführung und großer Speicher als Mittel der Flexibilisierung diskutiert. Für Systeme in den industrielle Abwärme genutzt wird, wurde zudem herausgestellt, dass Speicher zur Überbrückung von Produktionspausen notwendig sind. Zur Stärkung der Kraft-Wärme-Kopplung als wichtige Schnittstelle der Sektoren Strom und Wärme wurde die Idee eines zeitvariablen Netzentgelttarifse im Strommarkt debattiert. Zudem wurden Forderungen an die Politik laut, die Energiepreise zu erhöhen, Öl als Brennstoff zu verbieten und dadurch den Weg hin zur Treibhausgasneutralität zu ebnen.
Der Raum zum persönlichen Austausch und zur konkreten Diskussion der eigenen Fragen und Probleme wurden von den Teilnehmern als sehr wertvoll und hilfreich empfunden. Weitere Veranstaltungen in diesem Format sind für die Zukunft geplant.


Programm:
Hier gibt es das Programm als PDF zum Downloaden.