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Presseinfos

23.10.2018

Presseinfo 2018-1: Nahwärmeversorgung in Orsingen Nentzingen sichergestellt


Bild: Gerd Burkert, Energieagentur Kreis Konstanz

Mit Hochdruck finden die letzten Arbeiten in der zukünftigen Heizzentrale für das Nahwärmenetz in Orsingen-Nentzingen statt. Dort hat uns Markus Feucht gemeinsam mit seinem Vater Lothar Feucht bei strahlendem Sonnenschein auf der Baustelle begrüßt und mit uns über seine Motivation, seine Erwartungen und zukünftigen Pläne als Betreiber des Nahwärmenetzes und der Biogasanlage gesprochen. Gerd Burkert Geschäftsführer der Energieagentur Kreis Konstanz war bei dem Gespräch mit dabei. Er war einer der Impulsgeber, das Netz, das bisher aus der Abwärme der ehemaligen Tierkörperverwertungsanlage gespeist wurde jetzt vollständig mit regenerativer Biogaswärme zu betreiben. Lange war unsicher, wie nach dem Ende der Tierkörperverwertungsanlage die Nahwärmeversorgung langfristig für die bisherigen Nahwärmekunden aussehen wird. Mit der Bereitschaft das Netz zu übernehmen, leistet Markus Feucht nicht nur einen wichtigen Beitrag für den regionalen Klimaschutz, sondern stellt die Wärmeversorgung für hunderte von Haushalten sicher.

 

 

1.       Was waren die Gründe für die Übernahme des Wärmenetzes in Orsingen-Nentzingen?

 

MF: Das Nahwärmenetz in Orsingen-Nenzingen wurde bis Sommer 2014 im Wesentlichen mit der Abwärme aus der Produktion der Tierkörperverwertungsanlage versorgt. Als Bürger von Orsingen-Nenzingen war uns bewusst, dass mit der Einstellung des Betriebes der Tierkörperverarbeitung auch die Abwärme-Versorgung für das Nahwärmenetz wegfallen würde. Eine Versorgung des Netzes durch bestehende nicht regenerative Erdgaskessel konnte nur eine Zwischenlösung sein, daher haben wir als Betreiber der örtlichen Biogasanlage gerne unser Biogas zur Unterstützung des Wärmebetriebes geliefert. Für uns macht Biogas nur dann Sinn, wenn die eingesetzte Biomasse effizient genutzt wird. Dazu gehört auch die sinnvolle und effiziente Nutzung der Abwärme.

So kam das eine zum Anderen, wenn der Betrieb unserer Biogasanlage optimal laufen soll, dann brauchen wir auch ein Konzept für die Abwärme. So war es nahliegend, dass wir uns um die Übernahme des bestehenden Nahwärmenetzes als Betreiber bewerben. Wir haben uns sehr gefreut, dass es im Endeffekt geklappt hat und es war für die weitere Versorgung des Nahwärmenetzes mit erneuerbaren Energien ebenfalls sehr wichtig.

 

2.       Welche Erwartungen haben Sie an den neuen Betrieb des Nahwärmenetzes?

 

MF: In erster Linie wollen wir als Bürger von Orsingen-Nenzingen unsere zukünftigen Kunden zuverlässig mit ökologischer Nahwärme versorgen. Zur Kundenzufriedenheit zählt unweigerlich ein konstanter Netzbetrieb mit einem hohen Maß an Versorgungssicherheit. Dafür war es erforderlich, dass wir zur bisherigen Versorgung mit Biogas noch einen weiteren Back-up bauen und in Betrieb nehmen. Zur offiziellen Inbetriebnahme des Netzes Anfang November werden zwei Biogasmotoren und zusätzlich ein Biomethan BHKW laufen. In der Endausbaustufe (bis Ende des Jahres) kommen noch einmal ein Biomethan und ein Biogas BHKW dazu. Mit dem 660 m³ großen Pufferspeicher und den installierten Abgaswärmetauschern, können wir ein besonders hohes Maß an Versorgungssicherheit bieten. Weil wir den Betrieb vollständig auf die Nahwärme ausgerichtet haben, betreiben wir unsere Biogasanlage Wärmegeführt. Das ist insofern etwas Besonderes, weil wir dadurch die Stromnetze entlasten und unseren Kunden jederzeit, auch zu Spitzenabnahmezeiten an sehr kalten Wintertagen, eine 100 prozentige ökologische Wärmebereitstellung garantieren können. [Anmerkung der Redaktion: in den meisten Nahwärmenetzen decken Öl- oder Erdgasbetriebene Kessel Spitzenlasten ab].

Für uns als Betreiber steht fest, dass wir unser Angebot langfristig auch erweitern wollen. Denkbar sind nachträgliche Anschlüsse ans Netz entlang der bestehenden Trasse oder aber auch die Erschließung neuer Straßenzüge wäre denkbar.

       

3.       Was erwarten ihre zukünftigen Kunden? Was erhoffen sich die neuen und die Bestandskunden vom Anschluss an das Nahwärmenetz?

 

MF: Für unserer Kunden ist Versorgungssicherheit und eine wirtschaftliche, günstige Wärme entscheidend. Wirtschaftlich heißt auch, dass unsere Kunden sorgenfrei ihre Haussanierungen planen können. Das EEWärmG Baden-Württemberg verliert mit dem Anschluss an das Netz seinen Schrecken. Rücklagen für eine neue Heizung sind nicht mehr notwendig die Wärmeübergabestationen sind viel günstiger. Das erleichtert vieles und macht das Thema Wärme sorgenfrei.

Für uns persönlich als Betreiber des Netzes und Betreiber der Wärmequelle haben wir uns vorgenommen möglichst effizient zu arbeiten. Dazu gehört nicht nur ein professioneller Betrieb der Wärmequellen, sondern auch das Netz so zu betreiben und zu steuern, dass dies sicher und effizient möglich ist. Dazu haben wir die Steuerung digitalisiert und über die Fernwartung haben wir zu jeder Tages- und Nachtzeit die Möglichkeit Fehlermeldungen schnell zu beheben, bevor es zu Störungen kommt. Das sorgt für ein gutes Gefühl bei den Kunden und ein hohes Maß an Versorgungssicherheit.

Darüber hinaus haben wir uns vorgenommen im Austausch mit unseren Kunden zu sein. Dieser Kundendienst wird mit der Zeit weiter ausgebaut werden. Zukünftig planen wir in unserer Heizzentrale auch Kunden empfangen zu können und für Fragen persönlich da zu sein. Das erscheint uns vor allem auch für ältere Kunden wichtig, die keine Lust haben lange in Telefonhotlines in der Warteschleife zu sein oder alles per Internet zu regeln.

Jetzt geht es aber erstmal darum den Betrieb aufzunehmen. Wir freuen uns drauf!

 

 

Kontakt:

Bodensee-Stiftung

Dimitri Vedel

Fritz-Reichle-Ring 4

78315 Radolfzell

 

Tel: 07732 9995 47

Dimitri.vedel@bodensee-stiftung.org