Exkursion nach St. Märgen - Nachbarschaftshilfe mal anders!

Bild: Dimitri Vedel

Die Nahwärmeinitiative aus Neukirch bei Furtwangen besuchte die Energiegenossenschaft in St. Märgen

Neukirch (04.05.2018): Sichtlich beeindruckt waren die Teilnehmer aus Neukirch nach ihrem Besuch in der Heizzentrale in St. Märgen. Dort hat Josef Saier Vorstand und Initiator der Nahwärmeversorgung über die vielen guten Gründe berichtet, weshalb es sich für die Bürgerinnen und Bürger in St. Märgen lohnt Teil der Energiegenossenschaft zu sein. Seit über vier Jahren wird die Holzwärme über das Nahwärmenetz im ganzen Ort verteilt und versorgt 200 Kunden zuverlässig. Die Bürgerinnen und Bürger aus Neukirch, die sich an diesem warmen Sommerabend die Zeit genommen hatten, haben viel erfahren über die schwierigen Anfänge, den Leuten eine ökologische und solidarische Wärmeversorgung zu erklären und davon zu überzeugen. Herr Saier berichtete über die ganz unterschiedlichen Kundentypen, natürlich spielen die Kosten immer eine Rolle, aber die Verbundenheit der Schwarzwälder zu ihrem Wald und der Wertschöpfung die generiert werden kann, waren ebenso von Bedeutung. Auch der genossenschaftliche Gedanke war nichts neues, ein gutes und erfolgreiches Beispiel war ja ganz in der Nähe in St. Peter zu besichtigen.

Ehrlich hat Herr Saier auch über die aktuellen Herausforderungen gesprochen. Er würde sich zum Beispiel eine Erleichterung bei der Aschentsorgung wünschen, schließlich ist Asche ein wichtiger Grundstoff für die Düngeindustrie. Nicht immer ganz einfach waren zu Beginn der Inbetriebnahme die technischen Kniffs, die gemeistert werden mussten. Nervosität durfte nicht sein, wenn nachts der Störungsmelder anging und keine Wärme mehr im Netz ankommt. Aber mit aller Gelassenheit verglich Herr Saier die Situation mit der Freiwilligen Feuerwehr, dort überlege man auch nicht wenn der Alarm losgehe. Man tut was man kann und in den meisten Fällen ist das auch eine ganze Menge. Stolz berichtet er davon, dass seit der Heizungsumstellung bisher noch niemand in St. Märgen gefroren hat.

Für die Neukircher geht es jetzt mit den dazugewonnenen Eindrücken darum ihr Projekt so zu gestalten, dass es von der zukünftigen Genossenschaft getragen werden kann und passt. Die zukünftigen Wärmekunden sollen genauso zufrieden sein, wie es die Nachbarn aus St. Märgen mit ihrem Nahwärmenetz sind.

Ermöglicht wurde die Exkursion dank der finanziellen Unterstützung der EnergieRegion Schwarzwald-Baar-Heuberg.

 

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